History informations - Will Glahé (13)

... once upon a time, Will Glahé

"Es war einmal“ - Will Glahé

In den 30er-, 40er und 50er- Jahren des 20. Jahrhunderts strahlte sein Name wie ein Komet am Himmel der Unterhaltungsmusik: Will Glahé.
 
Mit Millionenhits wurde er zum großen Vorbild der Akkordeonisten, sein weltbekannter Titel "Rosamunde“ machte ihn zum Polkakönig.
 
Wen wundert’s, daß ihn die Liebe zur Harmonika oft nach Trossingen zu Hohner führte. Letzmals 1988.
 
Seinen 100. Geburtstag hätte Will Glahé im Februar 2002 feiern können. Aus diesem Anlaß ist jetzt bei Pumpkin Pie Records eine CD erschienen, die den Künstler nicht als Akkordeonvirtuosen, sondern von einer anderen, heute weniger bekannten Seite zeigt: Als Meister des Big-Band-Sounds. Die Scheibe - digital bestens restauriert - präsentiert Aufnahmen aus den Jahren 1934 bis 1941, es singen Fita Benkhoff, Will Glahé selbst, Elena Lauri und andere damals bekannte Künstler.
 
Im hohen Alter von 86 Jahren, nur einige Monate vor seinem Tod am 21. November 1989, besuchte der Künstler noch einmal Trossingen und die Firma Hohner. Der damalige Vorstandssprecher Dr. Johann Schmid hatte Glahé zum "Coupe Mondiale“ dem internationalen Wettbewerb der Akkordeon-Elite als Ehrengast eingeladen. Die persönliche Begegnung mit dem Schöpfer von "Rosamunde“, "Im Gänsemarsch“ und der "Beer-Barrel-Polka“, die in den USA zu einem Hit geworden ist, wurde zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Der sympathische alte Herr plauderte aus seinem Künstlerleben, erinnerte sich dabei an fast jeden Namen, jedes Detail, jedes Tonstudio und jeden mehr oder minder sympathischen Konzertagenten aus seiner "großen Zeit“. Jahre, an die er allerdings nicht ganz ohne Wehmut zurückdachte: "Es war einmal ...“, sagte er nachdenklich zu Dr. Schmid, der sein irdisches Dasein einige Jahre später ebenfalls verlassen hat. Will Glahé erzählte bei seinem letzten Besuch 1988 noch einmal von seinen weltbekannten Partnern wie Richard Tauber und Josef Schmid oder von den großen Konzertcafés, in denen er einst aufgetreten ist, und die ihre Pforten längst geschlossen haben. Der Meister des Akkordeons lebte aber nicht einzig und allein aus der Vergangenheit. Mit seinen 86 Jahren machte er sich immer noch seine Gedanken zur gerade aktuellen Musikszene. Akkordeon und Rockmusik ? "Warum denn nicht, wenn’s wirklich Musik ist und kein Gestöhne“, lautete seine knappe, aber deutliche Antwort auf eine Frage, die damals bei Hohner noch die Gemüter bewegte. So war er eben, dieser Will Glahé. "Offen, aber nicht schwierig“, wie er selbst betonte. Die bei Pumpkin Pie Records von Knud Wolffram in Berlin produzierte und von Just Records vertriebene CD mit ihren 24 Titeln jedenfalls ist eine wunderbare Erinnerung an den Big Band-Musiker Will Glahé. Dazu gibt’s ein 15 Seiten starkes Begleitheftchen mit zahlreichen Fotos, in dem Produzent Knud Wolffram das aufregende Leben Glahés noch einmal Revue passieren läßt.


Der Autor des Artikels ist mir leider unbekannt.