|
Arno Brekers monumentale Werke sind im Zusammenhang mit dem
umfassenden kulturellen Aufbauprogramm entstanden, das das Reich lange vor dem Kriege gestellt und in Angriff genommen
hat. Sie sind zum größten Teil für repräsentative Bauten innerhalb der Neugestaltung der Reichshauptstadt,
auf dem Reichsparteitaggelände in Nürnberg und für andere allgemeinwichtige architektonische Vorhaben
bestimmt, für ein Bauprogramm also, dessen einmaliges Ausmaß und dessen ideelle Zielsetzung allein ein
überzeugendes Beispiel dafür ist, daß das Neue Deutschland von sich aus auf eine lange Zeit der
friedlichen Aufbauarbeit hoffte. Die Verwirklichung dieser architektonischen Pläne ist durch den uns aufgezwungenen
Krieg unterbrochen worden; die durch sie bedingten plastischen Aufgaben Arno Brekers aber wurden von dem heute
erst zweiundvierzigjährigen Künstler mit solcher Schaffenskraft und Arbeitsintensität weitergeführt,
daß er heute sogar schon Werke für solche Bauten fertiggestellt hat, die der Öffentlichkeit noch
nicht einmal in der Planung bekannt sind. Allein diese Tatsache ist ein Zeichen für die Zuversicht, mit der
dieser Künstler in die Zukunft des Reiches blickt. Entscheidender aber ist das, was in diesen Werken in unumstrittener
Qualität verkörpert ist. In Menschenbildern, wie wir sie als Idealgestalten ansehen, gestaltet dieser
Künstler die innere Haltung, die uns bewegt, die Kräfte, die unser Leben und Schicksal bestimmen und
stellt damit Symbole in unsere Zeit, die das Einzelschicksal in den allgemeingültigen, zeitlosen Wert einbeziehen
und das reale Geschehen in die Sphäre des Ideellen erheben. Dieses in seiner Gestalt und in seinen inneren
Kräften hohe Menschentum und der Stil, in dem es Gestalt geworden ist, läßt das Gesamtwerk des
Künstlers als ein überzeugendes Beispiel auch für die kulturelle Kraft der Ideen stehen, die das
neue Deutschland schufen. Es dokumentiert auf dem Gebiet der Kultur, daß diese Ideen keine bloße Reorganisation
des staatlichen Lebens, sondern eine Regeneration der völkischen Kräfte bewirkten.
Innerhalb des Reiches zeigt Arno Breker die erste umfassende Schau seiner Werke in seiner rheinischen Heimat. Er
gibt ihr damit nicht nur Rechenschaft über die Leistung eines ihrer Söhne, der als ein guter Handwerker
begonnen hat, ein großer Künstler geworden und ein besessener Arbeiter geblieben ist. In seiner Heimat,
in der die Feinde des Reiches willkürlich Schicksale und Unersetzliches an kulturellen Werten zerstörten,
wird das Werk dieses unseres repräsentativsten Bildhauers der Gegenwart in besonders starkem Masse als Sinnbild
des Aufbaues und der Zuversicht erfühlt werden. |
|