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Das ermöglicht den Weg zum monumentalen Bildnis, zu dem
Bildnis also, das eine allgemein bedeutsame Persönlichkeit darstellt, dessen äußere Erscheinung,
Charakter, Bedeutung und Leistung auch dem ein Begriff sind, der den Betreffenden vielleicht noch nicht einmal
persönlich sah. Das Bildnis des Führers, das Arno Breker schuf, ist ein Werk von solch umfassenden Ausdruck.
Er, der oft Gelegenheit hat, den Führer zu sehen und der seine Büste bereits mehrfach abwandelte, schuf
ein Werk, in dem das Kämpferische, das Unbeugsame, das in die Zukunft Blickende ebenso in Erscheinung tritt
wie die menschliche Güte.
Arno Breker hat die große, heute bereits vorliegende Anzahl monumentaler Werke, die seinen Ruhm als bedeutendsten
deutschen Bildhauer der Gegenwart rechtfertigen, seit 1936, in einer erstaunlich kurzen Zeit also geschaffen. Die
Figuren für das Reichssportfeld jedoch waren nicht seine ersten figürlichen Arbeiten. Vor diesem stilistisch
und gehaltmaßig einheitlichem Schaffen der letzten Jahre, das Arno Breker als Gestalter der Ideen und des
Lebensgefühls unserer Zeit dokumentiert, liegt eine lange Zeit nicht nur der handwerklichen Schulung, sondern
auch der künstlerischen Entwicklung, in der der junge Bildhauer in besessener Arbeit alle Möglichkeiten
der Bildhauerkunst durchexerzierte. Als Resultat dieser frühen Jahre kann er eine Fülle von Arbeiten
vorweisen, die rückblickend gesehen aus seinem Gesamtwerk nicht fortzudenken sind und die auch heute, nachdem
er seinen Stil gefunden hat, durchaus bestehen.
Arno Breker wurde am 19. Juli 1900 in Elberfeld als ältester Sohn eines Steinmetzmeisters geboren. Früh
schon kam er mit dem Material und dem Werkzeug seiner späteren Berufung in Berührung. Denn die Werkstart
des Vaters war der Spielplatz des Knaben, und wieder bewahrheitete sich hier die alte Erfahrung, daß das
Kind im Spiel und beim Zusehen in das Handwerkliche hineinwächst und Grundsätze des Handwerklichen, die
eine noch so sorgfältige Lehre oft dem Jüngling nicht zu vermitteln vermag, als Selbstverständlichkeiten
in sich aufnimmt. Das auch er Steinmetz werden würde, stand nie außer Frage, und so trat der Vierzehnjährige
beim Vater als Lehrling ein. Sehr bald schon mußte er sich hier außergewöhnlich bewähren.
Der Vater wurde eingezogen, der Sechzehnjährige führte den Betrieb durch die Kriegszeit hindurch weiter
und erhielt dem Vater und der siebenköpfigen Familie die Werkstatt. Schon in dieser Zeit war das künstlerische
Interesse des Knaben wach.
Im Museum in Wuppertal gab es kein Werk, das er nicht genauestens kannte. Auf der Örtlichen Kunstgewerbeschule
und im privaten Unterricht bei Künstlern, die das Talent des Knaben erkannt hatten, übte er sich im Zeichnen
und Modellieren. Eine gelegentliche Reise nach Düsseldorf machte den Entschluß, Künstler zu werden,
unumstößlich. Das „Eherne Zeitalter" von Rodin, das im Museum der rheinischen Kunststadt auf den
Kunsthungrigen tiefsten Eindruck machte und das Rilkesche Buch über Rodin, das ein verständnisvoller
Buchhändler dem Jüngling empfahl, der mehr von diesem Künstler sehen wollte, waren die entscheidenden
Erlebnisse für diesen Entschluß. Als Zwanzigjähriger ging er an die Düsseldorfer Akademie,
obwohl Lebensunterhalt und Studium verdient werden mußten. Intensivste Arbeit wurde geleistet, nie aber wurde
der Künstler seiner inneren Berufung untreu.
Eine Zeitlang studierte er Architektur, weil es ihn dazu drängte, auch die Gestaltungsgesetze dieser Kunst
zu erproben. Bald aber kehrte er zur Bildhauerkunst zurück, Schon in dieser Zeit entstanden wesentliche Werke,
vor allem die „Aurora" die der Künstler für die Gesolei schuf und die heute über dem Eingang
der Düsseldorfer Museen Aufstellung gefunden hat. Prof. Wilhelm Kreis gab dem jungen Künstler den Auftrag;
es begann damit eine Zusammenarbeit, die später innerhalb des Neubauprogramms der Reichshauptstadt weitergeführt
wurde, 1925 konnte er es ermöglichen, nach Paris überzusiedeln, wo er bis 1933 arbeitete. Für wenige
Monate nur wurde diese Tätigkeit in Paris durch einen Aufenthalt im Rom unterbrochen, der einem Staatsstipendium
zu verdanken war. Paris galt in diesen Jahren durch das Vermächtnis Rodins, durch Maillol, Despiau, Bourdelle
als das Zentrum der modernen Plastik. Hier setzte sich Arno Breker künstlerisch mit diesen Werten auseinander,
klärte seine Vorstellungen, erprobte seine Fähigkeiten und seine Möglichkeiten, steigerte sein Künstlertum.
An großen Arbeiten sind dieser Zeit das Rheinlandbefreiungsdenkmal bei Cleve, das Kriegerehrenmal Budberg
und vor allem der Matthäus für Düsseldorf und das Röntgendenkmal für Lennep zu verdanken.
Nach seiner Übersiedlung nach Berlin erwarteten ihn noch einige Jahre mühevoller Arbeit, bis er sich
durchsetzen konnte. Die Figuren für das Reichssportfeld, deren Ausführung ihm auf Grund eines gewonnenen
Wettbewerbes 3 übertragen wurden, erwiesen, was Arno Breker uns heute bedeutet. |
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