History pictures of Arno Breker (10)

Pictures of Arno Breker - Exhibition 1943 - Köln (o2)

Dr.
Goebbels

Albert
Speer

Der
Wager

Schreitende
 

Arthur
Kampf

Cortot
 

Die
Partei

Die
Wehrmacht

Richard
Wagner

Gerhard
Hauptmann

Kopf eines
Rosseführ.

Die
Berufung

Christo-
fanetti

Iris
 


Neben diesen dramatischen heroischen Gestaltungen stehen im Werk Arno Brekers
gleichzeitig Schöpfungen, die eine lyrische Sprache reden. Es sind vor allem die fünf
figürlichen Werke, die der Künstler für den Runden Raum der Neuen Reichskanzlei schuf, für einen Innenraum also, in dem die Zwiesprache des Beschauers mit dem Werk persönlicher ist. Im „Wager" und im „Wäger" gab er noch einmal die Typen des aktiven und des philosophischen Mannes. In den weiblichen Gestalten dieser Reihe schuf er das bisher Lyrischste seines Werkes und damit zugleich Gestaltungen, in denen in unserer Zeit das weibliche Prinzip am gültigsten verkörpert ist: Die „Anmut" in ihrer lebensbejahenden, jubelnden Schönheit; die ernste zurückhaltende „Schreitende"; die gläubige Hingabe der „Eos". Die „Psyche", die zur gleichen Zeit entstand, schließlich ist vollkommen Besinnung und Besinnlichkeit.
 
Allen diesen Darstellungen des menschlichen Körpers ist eines gemeinsam: Die Steigerung der menschlichen Vorstellung im Körperlichen und im Ausdruck. Schon daß ausschließlich Jünglinge und Frauen auf der Höhe ihrer Lebenskraft erscheinen, ist dafür bedeutsam. Immer aber haben darüber hinaus diese Männer etwas vom Gott und Genius, die Frauen etwas Hoheitsvolles, Majestätisches, fast Priesterliches. Das spricht insgesamt von einer Wertschätzung des rassisch gebundenen Menschentums, die seit der germanischen Frühzeit die Haltung der Idealisten ist.
 
Die gleiche Anschauung vom Menschen und die gleiche innere Haltung zeigt sich in den Reliefs des Künstlers. Obwohl noch eine große Zahl von Arbeiten erst in der Vollendung begriffen ist, stellen ihn seine bisherigen Leistungen auch auf diesem Gebiet in die erste Reihe unserer heutigen Bildhauer. Wie auf dem figürlichen Arbeitsgebiet ist es auch hier Prof. Albert Speer zu verdanken, daß Arno Breker innerhalb des Neubauprogramms der Reichshauptstadt und des Ausbauprogramms des Reichsparteitaggeländes in Nürnberg die Möglichkeit erhielt, Großes zu planen und Großes zu schaffen. Die Bedeutung der Zusammenarbeit dieser beiden, genialen schöpferischen Persönlichkeiten läßt sich heute noch gar nicht überblicken, da erst ein kleiner Teil ihrer Resultate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Der Zusammenarbeit ist einer der größten bildhauerischen Aufträge überhaupt zu verdanken: Die Aufgabe, einen monumentalen, repräsentativen Bau an der Nord-Süd-Achse in Berlin mit 24 Reliefs von je 10 m Höhe und insgesamt 240 m Länge zu schmücken. Inhaltlich wählte sich Arno Breker das Schicksal des Reiches seit 1918. Er gibt aber nicht historische Szenen, sondern symbolische Gestaltungen der Eigenschaften und Kräfte, die das deutsche Schicksal bestimmen und zeitlose Geltung haben. Einige dieser Reliefs sind bereits fertiggestellt; eine große Zahl weiterer liegt im Entwurf, im Maßtab 1:10 vor. Sie zeigen, daß künstlerisch gesehen das Problem gelöst ist. Ihrem Ausdruck nach gehören Werke wie „Kameradschaft" und das „Opfer" zu den erschütterndsten und Werke, wie die „Fahne", „Rufer zum Streit", „Aufbruch der Kämpfer" zu den mitreißendsten, die der Künstler geschaffen hat. „Auszug zum Kampf" ist das Modell eines Reliefs für die in Berlin geplante, von Prof. Wilhelm Kreis entworfene Soldatenhalle. In ihm wird Arno Brekers Ausdruckskraft besonders deutlich: Der erregte Rhythmus des ausziehenden Heeres wird mit sechs Männern erreicht, von denen der eine sogar nur zum Teil sichtbar wird.
 
Alle diese Werke sind trotz ihrer idealisierten Wirkung in gründlichster Arbeit vor der Natur entstanden. Sportler und Sportlerinnen standen zu ihnen Modell, und der Künstler spricht vor seinen figürlichen Arbeiten gern davon, daß auch sie „Porträts" sind, um auch für das figürliche Werk die enge Beziehung zur Natur zu betonen, die das Bildnis in der Plastik notwendigerweise besitzt. Das Bildnis ist seit Beginn seines Schaffens das Hauptarbeitsgebiet. Er bezeichnet es als die Hohe Schule der Bildhauerkunst, da es immer wieder dazu zwingt, bei dem von der Schöpfung Gegebenen zu bleiben. Wie seine figürlichen Arbeiten zielen auch seine Bildnisse darauf, die Natur zu durchdringen und mit dem wiedererkennbaren Bild des Dargestellten dessen Wesen und Charakter gesteigert zum Ausdruck zu bringen. Die früheren Arbeiten auf diesem Gebiet erfüllen die Absicht mit einer sehr sensiblen, sehr persönlichen, im Unterschied zur späteren fast impressionistisch zu nennenden Handschrift. Auch hier hat der Künstler später einen Stil gefunden, der auch das Bildnis mit den ruhigen, gespannten Wölbungen seiner anderen Werke zusammengehen läßt; eine Tatsache, die in den Köpfen Richard Wagners und Albert Speers am deutlichsten in Erscheinung tritt. In den weiblichen Bildnissen, die in den letzten Monaten entstanden sind - Frau Bormann, Frau Speer Iris - erhebt diese Handschrift das Porträt zum Typ; bei ihnen vor allem hat man den Eindruck, daß der Künstler sich gezwungen hat, möglichst objektiv zu sein, um nur das herauszuheben, was dem Dargestellten innewohnt.

*** weiter auf der nächsten Seite / continue on the next page ***